Sarkasmus: Diese 5 unbewussten Probleme sollte jeder kennen
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In den Kommentaren sprechen sie von Schwarzem Humor, Sarkasmus und Ironie. Die einen lachen sich krumm die anderen finden den Humor geschmacklos. Die Rede ist von dem 20min.ch Artikel über die Aussagen von Ryan Reynolds über seine Tochter. “Was meine kleine Tochter malt, ist Schrott.” ist einer seiner Zitate, welche er in den Social Medien wie Twitter und Facebook verbereitet. Mit Google lassen sich weit mehr Aussagen von ihm finden. Im Deutschen klingen sie genauso vernichtend wie im Englischen. Die Leute finden es lustig und sprechen darüber.

Ich nahm mir die Zeit, um seine Kurznachrichten zu lesen und auf mich wirken zu lassen. „Was ist daran so lustig “, hab ich mich gefragt. „Die Witze sind einfach nur geschmacklos.“ Und bevor einer sagt ich verstünde keinen Humor: Ich spreche fliessend sarkastisch. Nichtsdestotrotz bringt diese Art von Humor Probleme mit sich. Mit diesem Beitrag möchte ich dich animieren zu Thema dein Selbstbewusstsein zu schärfen.
(Was ist Selbstbewusstsein? In diesem Artikel findest du mehr dazu)

Was ist überhaupt Sarkasmus/Ironie/Schwarzer Humor/Zynismus?

Bevor wir auf die Probleme hinsichtlich des Sarkasmus kommen, gehen wir auf Begrifflichkeiten ein. Leute sprechen von Sarkasmus, Ironie und schwarzem Humor ohne zu wissen was dahinter verstanden wird. Die Begriffe scheinen untereinander austauschbar zu sein. Das sind sie aber nicht. Wie die nachfolgende Informationen zeigen, sind die Begriffe einen grossen Unterschied machen. Der Zynismus wird vollständigkeitshalber ebenfalls erwähnt.

Schwarzer Humor

Beginnen wir beim schwarzen Humor. Dieser Humor kommt zum Zuge wenn wir uns über Verbrechen, Krankheit, Tod oder ähnliche Themen belustigen. Wir lachen über Tabu-Themen und lösen Kontroversen aus. Nicht selten wird dieser Humor als geschmacklos betrachtet. Die Meister des schwarzen Humors sind Monty Python, was sie mit ihrem Film “Das Leben des Brian” bewiesen haben.

Die Meister des Schwarzen Humors sind Monty Python mit 'Das Leben des Brian' Klick um zu Tweeten

Ironie

Die Ironie ist ein Stilmittel mit dem wir eine Aussage treffen aber in Tat und Wahrheit das Gegenteil davon meinen. Die Sprache wie wir etwas sagen ist immens wichtig. Einen regnerischen Tag mit den Worten “Es ist der schönste Tag des Jahres” zu kommentieren, gilt als Paradebeispiel für Ironie.
Die Ironie zeigt seine Wirkung am Besten in Gesprächen. (Menschen in meinem Umfeld sind sehr gerne ironisch.) In schriftlicher Form ist sie schwerlich erkennbar. Ironie lässt sich gut und gerne mit Sarkasmus kombinieren.

Sarkasmus

Mittels dem Sarkasmus verspotten und verhöhnen wir eine Begebenheit oder eine Person. Im Gegensatz zum Spott ist der Sarkasmus unterschwellig, subtil und doppeldeutig. Sie bietet dem Absender die Möglichkeit verdeckt Kritik anzubringen.
Für die Anwendung von Sarkasmus mittels der Ironie gilt folgendes Beispiel:
Der Sohnemann schreibt eine schlechte Matheprüfung und zeigt sie dem Vater. Der Vater antwortet darauf: “Super gemacht. Da hat sich das Fussball spielen ja richtig ausgezahlt. Weiter so.”

Zynismus

Prinzipiell geht es darum, dass der Zyniker die Werte der Gesellschaft oder deren Normen missachtet. Der Zynismus macht sich lächerlich darüber und tritt dabei im höchsten Maßen spöttisch und verachtend gegenüber seinen Mitmenschen auf. Im Zynismus geht es weniger um einzelne Äußerungen, als um die Weltanschauung.

Nachfolgend ein paar Zitate von bekannten Zynikern

  • “Glück ist, wenn das Pech die anderen trifft.” (Horaz)
  • “Anderen eine Grube zu graben ist anstrengend, doch es zahlt sich fast immer aus.” (D. H. Lawrence)
  • “Die angenehmsten Menschen sind jene, die nie gelebt haben.” (Edgar Allan Poe)

Die Probleme des Sarkasmus

Nun haben wir die Begrifflichkeiten geklärt. Meiner Ansicht nach verwendet Ryan Reynolds in seinen Kurznachrichten oftmals Sarkasmus, manchmal mit Ironie gepaart oder sogar direkten Spott. Ich denke es gehört zu seinen Gewohnheiten solchen Humor zu verwenden, genau so wie uns auch. Im weiteren beschäftigen wir uns deshalb mit den unbewussten Problemen, die sich mit dem Sarkasmus auf tun und fördern unser Selbstbewusstsein zu diesem Thema.

Problem 1: Indirekte Kritik

Mir fällt es manchmal schwer direkte Kritik zu äussern, Stattdessen verwende ich den Sarkasmus, um indirekt meine Meinung kund zu tun. Falls jemand meine Ansicht nicht vertritt und interveniert, kann ich noch immer zurück krebsen. “Ich habe es gar nicht so gemeint”, ist in solchen Momenten schnell erwidert. Durch den Sarkasmus erhalte ich eine scheinbare Sicherheit, um mich notfalls aus der Schlinge zu ziehen. Und da liegt das erste Problem.
Durch die subtile Art des Sarkasmus lässt sich indirekte Kritik äussern. Klick um zu Tweeten

Durch die Indirekte Kritik, vermeiden wir eine klare Position. Stattdessen deuten wir eine Kritik subtil an. Oftmals nehmen wir diese Haltung ein, um unsere Unsicherheit zu vertuschen oder unserer Angst vor Zurückweisung aus dem Weg zu gehen. Hätten wir den Mut unsere Ängste zu überwinden, würden wir Kritik direkt anbringen, anstatt zum Sarkasmus zu greifen.

Auf der Empfängerseite bietet sich durch die indirekte Kritik ein anderes Problem. Weil sie sich subtil und doppeldeutig zeigt, fehlt dem Empfänger jeglicher Ansatzpunkt den Verursacher zur Rede zustellen. Er kann keine Konversation starten, um die, vielleicht berechtigte, Kritik zu diskutieren und zu klären.

Problem 2: Sarkasmus verletzt

Wie eingangs erläutert drückt Sarkasmus in subtiler Art und Weise Spot und Verhöhnung aus. Beides zielt darauf ab den Empfänger zu verletzen und ihn herab zu stufen. Man trampelt regelrecht auf ihn herum. Der Humor geht auf Kosten von unseren Mitmenschen. Kein Wunder wenn sich der Empfänger der Nachricht minderwertig fühlen sollte.

Problem 3: Verständnis

Anwender des Sarkasmus ernten in manchen Situationen Unverständnis. Dieses Unverständnis stammt von Personen, die diese Art von Humor schlichtweg nicht erkennen oder nicht lustig finden. Letztere schütteln oftmals verständnislos ihren Kopf. Wenn diese Personen ihren Unmut kund tun, reagiert seinerseits der Anwender mit Verständnislosigkeit. Äusserungen wie: „Sei nicht so schwachbrüstig“, “Du bist aber empfindlich.” oder “War doch nicht ernst gemeint“ sind da nicht selten.

Problem 4: Ernsthaftigkeit

Sarkastische Menschen werden feststellen, dass sie ihre Seriosität einbüsen. Ihre Mitmenschen nehmen sie mit der Zeit immer weniger ernst. Dieses Phänomen verstärkt sich, wenn der Sarkasmus zusammen mit Ironie ausgedrückt wird. Der Sender verliert vor allem bei direkten Bekannten, Freunden, Familienmitgliedern und Arbeitskollegen an Seriosität, selbst wenn er  eine ernsthafte Aussage trifft. Die Aussage “Das hast du wirklich ernst gemeint?” kommt da öfters vor. Der Anwender wird klarer Weise öfters missverstanden.

Problem 5: Widerstand + Reue

Wer Sarkasmus anwendet muss mit Widerstand rechnen. Kriegt der Empfänger der indirekten Kritik die Nachricht in den falschen Hals, wird er sich vehement wehren. Die Reaktion kann heftiger ausfallen, als es dem Sender lieb ist. Da hilft selbst die eingebildete scheinbare Sicherheit nicht mehr weiter. Entweder steht der Sender zu seiner Meinung oder er krebst zurück und entschuldigt sich. In meiner Umgebung ziehen sich die Leute eher zurück. Meistens bereut der Sender danach seine Worte.
Wer in Selbstbeobachtung geübt ist wird feststellen, dass die Reue oftmals bereits beim Aussprechen des Sarkasmus auftritt.

Kreativität durch Sarkasmus

Leider bringt der Sarkasmus viele Nachteile. Aber er bringt auch sein Gutes. Einer Studie der Harvard Universität zufolge fördert deren Anwendung die Kreativität. Der Sarkasmus fördert nämlich das abstrakte Denken, was automatisch zur erhöhten Kreativität führt.

Was nun?

Wie wir gesehen haben wirkt der Sarkasmus je nach Situation belustigend oder sehr abschätzend. Dies bringt Probleme mit sich. Welche dies sind haben wir in diesem Beitrag kennen gelernt. Nun liegt es an dir dein Selbstbewusstsein zu schärfen und den Fokus auf das Thema zu legen. Ein wenig Selbstreflektion hat noch keinem geschadet.

Nimm dir einen Tag Zeit und beobachte deinen Humor. Wendest du Sarkasmus und Ironie an? Wenn ja, dann beobachte was nach deiner sarkastischen Aussage geschieht. Nimm dazu folgende Fragen zur Hand und beantworte sie für dich.

  1. Was wolltest du mit deiner Aussage bezwecken? Versteckte sich dahinter eine Kritik?
  2. Wen hast du mit deiner Aussage verletzt? Verhält sich jemand schlagartig unangebracht dir gegenüber?
  3. Haben alle Personen deine Äusserung verstanden oder bist du auf Unverständnis gestossen?
  4. Nehmen dich deine Kollegen ernst, wenn du eine seriöse Aussage triffst?
  5. Bereust du deine Aussage oder hat sich jemand dir gegenüber vehement gewehrt?

Deine Erfahrungen interessieren mich. Schreib mir eine E-Mail oder hinterlasse einen Kommentar. Jedes Feedback ist willkommen.

Herzlichen Gruss

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