Wie deine Ziele Kraft bekommen
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Dieser Artikel folgt dem Blogparade-Aufruf von Christian Bossert. Er ist an dem Thema „Ziele und Visionen“ interessiert. Genau zum richtigen Zeitpunkt denn es ist die Zeit in der wir uns Ziele und Vorsätze für das neue Jahr gesetzt haben.. Und üblicherweise innert 4-6 Wochen wieder fallen lassen werden. Im vorliegenden Artikel beschreibe ich, welche unbewussten Teile auf deine Ziele einwirken und wie du sie für dich nutzen kannst.

Unklare Zielsetzung

Bei der Zielsetzung ist es wichtig auf die korrekte Formulierung zu achten. Als Beispiel: Wenn wir Ziele nicht terminieren werden sie zu Wanderzielen, d.h. die Zielerreichung wird immer wieder hinausgezögert. Sind sie unrealistisch verlieren wir die Motivation. Kein Wunder erreichen wir viele Ziele und Neujahrsvorsätze sehr selten. Doch wie sollten die Ziele stattdessen formuliert sein? Als vielversprechende Zielsetzungsmethode erachte ich die SMART Methode.

SMARTe Zielsetzung

Wer sich, wie Projekt- und Teamleiter, mit Zielsetzungen und -vereinbarungen zu tun hat, kennt sicherlich die SMART Methode. SMART ist ein Akronym, welches die 5 Disziplinen der Methode beinhaltet. Die Disziplinen sind:

S = Specific (Spezifisch)

M = Measurable (Messbar)

A = Achievable (Erreichbar)

R = Realistic (Realistisch)

T = Time framed (Zeitrahmen)

(Wie Ziele mit dieser Methode korrekt zu formulieren sind findest du auf diesem Blog.)

Diese Methode ist ein hilfreiches Mittel, um uns mit der Ziel-Formulierung zu helfen. Durch deren Anwendung definieren wir klare Ziele, wodurch Ziele tatsächlich besser erreicht werden.

Die emotionale Bindung

Trotz einer klar formulierten Zielsetzung, gibt es Ziele, welche wir nie erreichen. Es scheint als ob eine unbewusste Kraft deren Umsetzung verhindert.

Beispiel: Nach den Festtagen haben einige sicherlich ein paar Pfunde zugenommen, welche es abzuspecken gilt. Wir setzen uns zum Ziel in 6 Wochen die zusätzlichen Pfunde wieder abzunehmen. Die Zielformulierung erfüllt alle Kriterien der SMART Methode. Es müsste also nichts im Wege stehen. Aus lauter Enthusiasmus kaufen wir uns ein Fitness Abo und gehen 3-mal die Woche trainieren. Nach zwei Wochen lässt unsere Motivation nach. Stattdessen würden wir vielleicht lieber die neuesten Serien konsumieren und uns vor den TV fläzen. Mit eisernem Willen zwingen wir uns zum Training. Eine Woche später sind wir nur noch einmal im Fitness Raum. Eine weitere Woche später gar nicht mehr und damit versandet unser Ziel.

Der Ursprung unseres Motivationsverlustes hat mehrere Möglichkeiten. Ich sehe hauptsächlich drei Punkte, welche alle emotional bedingt und oftmals unbewusst sind.

1. Es widerstrebt uns das Ziel zu erreichen. (Wir treiben ungern Sport)

2. Eine andere Tätigkeit machen wir lieber. (Wir schauen gerne Serien)

3. Wir haben keinen emotionalen Bezug zu dem Ziel. (Die Extra-Pfunde sind uns gleichgültig)

In allen drei Fällen spricht dementsprechend nichts für die Erreichung unseres Ziels. Entweder fehlen die Gefühle oder sie sind gegen die Zielerreichung. Im Umkehrschluss werden wir mit einer wohlwollenden emotionalen Bindung bei der Zielerreichung unterstützt. Als Beispiel dient die Freude an einer Tätigkeit.

Einfluss von Werten und Identifikation

Manchmal kann es trotz einer wohlwollenden, emotionalen Bindung vorkommen, dass wir einen Tiefpunkt erreichen. Z.B. Wenn wir an Schwierigkeiten gelangen. Um das Ziel zu erreichen braucht es dann Überwindung. Falls wir einen Grund in unserer Tätigkeit sehen bleiben wir am Ball. Ansonsten lassen wir unser Ziel fallen. Gründe für das Dranbleiben bieten uns unsere Werte und unsere Identifikation.

  • Unsere Werte zeigen uns was uns wichtig ist.
    Angenommen uns wäre Genuss wichtig, dann könnten wir unsere überflüssigen Pfunde vielleicht mit einer entsprechenden genussvollen Ernährung abnehmen. Um dies umzusetzen würden wir vielleicht eine Ernährungsumstellung in Betracht ziehen und erste Erfolge erzielen. (Allerdings braucht eine Ernährungsumstellung meist mehr Zeit als 4 – 6 Wochen um die Pfunde purzeln zu lassen)
  • Unsere Identifikation zeigt uns womit wir uns verbunden fühlen, womit wir uns identifizieren.
    Angenommen wir hätten tatsächlich eine Ernährungsumstellung vorgenommen und verspeisen zwar schmackhaftes Essen, aber es gelten strenge Regeln und auf vieles muss doch verzichtet werden Über kurz oder lang können wir uns schwerlich mit der Umstellung anfreunden und würden nach einiger Zeit zum alten Essverhalten zurückkehren. Wenn wir stattdessen jedoch eine Ernährungsumstellung fänden, mit welcher wir uns identifizieren, würden die Pfunde automatisch purzeln.

Mein eigenes Beispiel

In meinem Leben habe ich mehrere Ernährungsumstellungen versucht, doch keine der Versuche waren dauerhaft. Eines Tages las ich das Buch „Peace Food“ von Rüdiger Dahlke. Es stellt die Auswirkung des Konsums tierischer Produkte (Fleisch, Milch, Eier, etc.) auf unseren Körper dar. Im Buch berührte mich die Beschreibung der Haltung und Schlachtung des Nutzviehs. Ich konnte mich mit dieser Brutalität nicht mehr identifizieren und habe entschieden kein Fleisch mehr zu verzehren (Identifikation). Wegen mir sollten keine Lebewesen auf solch grausame Art sterben müssen (Wert). Seit dem Entscheid ernähre ich mich vegetarisch, ab und zu sogar vegan, und konnte ohne Mühe innert 1.5 Jahren 6 Kilo abnehmen. Und ich brauche beim Verzehr meiner Mahlzeiten kein schlechtes Gewissen mehr zu haben.

Hilfestellung für die Erreichung von Zielen

Die Frage stellt sich nun wie wir unsere Werte und Identifikation für unsere Ziele nutzen können.

  • In erster Linie ist es wichtig uns bewusst zu machen wofür wir das Ziel setzen (Identifikation) und was uns wichtig ist (Werte).
    Wir fassen alles zusammen und schreiben es nieder, somit erhalten wir ein umfassenderes Bild unserer Person.

    • Womit identifizieren wir uns?
    • Welche Ansichten entsprechen uns?
    • Womit fühlen wir uns verbunden und was stösst uns ab?
    • Welche Werte widerspiegeln unsere Person?
  • Mit einem vollständigerem Selbstbild wird es uns einfacher fallen wirksame Ziele zu setzen. Wenn wir uns ein Ziel setzen, prüfen wir, wie dieses mit unseren Werten und unserer Identifikation in Einklang bringen können. Ist eine Möglichkeit gefunden formulieren wir unsere Zielsetzung. Die SMART-Methode kann uns dabei unterstützen.

Da nun die formulierten Ziele unsere Wertvorstellungen und Identifikation beinhaltet, sollte der Umsetzung nichts mehr im Wege.

Probiere die Hilfestellung in einem deiner nächsten Ziele aus und schau was passiert. Ich freue mich über deinen Erfahrungsbericht.

Herzlichst

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Noch mehr Inspiration findest du im Artikel “Was ist Selbstbewusstsein

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