An Menschen, die sich verändern wollen – Aber Angst davor haben
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Stell dir vor du gehst einer unliebsamen Arbeit nach. Tagtäglich gehst du zur Arbeit und verrichtest deinen Dienst. Wirklich richtig glücklich bist du nicht dabei.
Du würdest am liebsten den Job wechseln. Allerdings weisst du nicht welcher Tätigkeit du nachgehen möchtest. Alle Optionen scheinen unsicher zu sein und bereiten dir womöglich Angst. Da bleibst du lieber an deiner jetzigen Stelle. Da weisst du was du hast. Wie heisst es doch so schön: “Lieber einen Spatz in der Hand als eine Taube auf dem Dach.”

Wer diesen Satz zu sich sagt, der hat es mit der Methatesiophobie zu tun. Der Angst vor Veränderung.

Die Angst vor Veränderung ist ganz natürlich

Der Respekt oder die Angst vor Veränderung ist etwas ganz natürliches. Es ist eine gesunde Reaktion auf Unbekanntes und dient als Schutzmechanismus.

Vor allem in früheren Zeiten waren Veränderungen lebensbedrohlich. z.B. Auf dem Weg von Ortschaft zu Ortschaft lauerten überall gefährliche Situationen. Anstatt auf seinem Weg einen Wald zu umgehen hätte man geradeso gut hindurch gehen können. Hingegen wäre die Wahrscheinlichkeit gross gewesen einem wilden Tier oder einem bösen Menschen zu begegnen.

Die damalige Angst vor Veränderung hat nicht mehr viel mit der heutigen Metatesiomophie zu tun. In Europa leben wir mehrheitlich sicher. Dennoch hast du manchmal ein mulmiges Gefühl gegenüber Veränderungen. Sie wirken auf dich belastend. Vielleicht wehrst du dich unterbewusst gegen sie. Einige solche Situationen kennst du aus deinem eigenen Leben nur zu gut.

Diese Situationen empfinden wir als belastend

Die meisten Angstgefühle die du im Alltag verspürst, entstehen weil du denkst die Veränderung sei gefährlich. In dir findet ein unbewusster Prüfprozess statt. Doch dazu gleich mehr.

Angst bekommst du üblicherweise in einer oder mehreren der folgenden Situationen. Sie bringen dich gut und gerne aus dem Gleichgewicht.

  • Trennung, Trauerfall
  • Beziehung, Partnerschaft, Umzug
  • Schwangerschaft, Baby, Kinder
  • Arbeit, Jobwechsel, Entlassung
  • Prüfungen

Manche Situation hast du womöglich bereits erlebt. Sie waren einzeln gut verkraftbar. Vor allem dann wenn du sie selbst angestossen hattest. Wenn die Veränderung von aussen initiiert wurde oder gleich mehrere Veränderungen auf dich einprasselten, fing dein Schiff vermutlich an zu schaukeln. Du bekamst Mühe mit den Veränderungen und dir schien alles zuviel zu werden.

Veränderungen werden noch belastender empfunden wenn:

  • Du eher eine ängstliche Person bist.
  • Du körperlich, emotional oder seelisch erschöpft bist.
  • sie von aussen kommen.
  • sie zu gross erscheinen und du ihr hilflos gegenüber stehst.
  • sie deine Pläne durchkreuzen.

Wie du auf eine Veränderung reagierst, ist von deiner Einschätzung ihr gegenüber abhängig. Hier kommt dein innerer unbewusste Prüfprozess ins Spiel.

Der unbewusste Prüfprozess

Der unbewusste Prüfprozess setzt ein wenn du im Begriff bist eine Veränderung anzustossen oder ihr konkret gegenüberstehst.

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Du stellst dir in solchen Situationen unbewusst die Fragen:

  • Ist die Veränderung bedrohlich?
  • Ist die Veränderung zu bewältigen?

Wenn sie nicht bedrohlich wirkt fängst du an deine Chance zu prüfen und deinen Nutzen daraus zu ziehen. Angst brauchst du keine zu haben. Du kannst womöglich aus ihr lernen.

Wenn sie jedoch bedrohlich wirkt aber zu bewältigen ist, fällst du in einen inneren Widerstand. Mit allen Mitteln versuchst du die Veränderung abzuwenden. zb. mit Abblocken, passivem Verhalten, Negativität. Du bist solange im inneren Widerstand bist du einsiehst, dass die Veränderung notwendig ist.

Sollte die Veränderung bedrohlich und nicht zu bewältigen erscheinen, kickt das Notsystem ein. Du bist im sogenannten Panikmodus. Entweder du flüchtest von der Situation, setzt auf Angriff oder schaltest innerlich komplett ab. Deine Gedanken kreisen rund um das Problem, welches du kaum noch loslassen kannst. Die Angst ist allgegenwärtig. Hier erfährst du tatsächlich Angstsymptome. Verständlicherweise solltest du den Panikmodus so weit als möglich vermeiden.

Die zu vermeidenden Angstsymptome

Sollten die Veränderungen dein Notsystem aktiveren, dann wirst du eine oder mehrere der folgenden Symptome aufweisen.

  • Herzrasen, Herzklopfen
  • Beklemmungsgefühl
  • Atemnot, Kurzatmigkeit
  • Schwindel
  • Zittern
  • Brustschmerzen
  • Schweißausbrüche
  • Mundtrockenheit
  • Übelkeit
  • Unwirklichkeitsgefühle; das Gefühl, „neben sich zu stehen“
  • Kribbeln, Taubheitsgefühle

Diese Symptome sind ernst zu nehmen, genauso wie deine Angst. Menschen tendieren dazu sie zu verneinen. Dies wird dir nicht weiterhelfen. Sich ihr zu stellen hingegen ist der richtige Weg.

Wenn die Symptome dich zu übermannen beginnen, dann ist es höchste Zeit einen Therapeuten aufzusuchen. (Ich sage bewusst Therapeut, da die meisten Coaches dafür nicht ausgebildet sind.)

Soweit soll es gar nicht erst kommen. Die Frage stellt sich wie du den Veränderungen gegenüberstehen kannst, ohne in die Gefahr zu laufen in den Angst und Panikmodus zu verfallen.

Woher die Angst vor Veränderung kommt

Betrachtest du den unbewussten Prüfprozess liegt die Antwort auf der Hand. Eine Veränderung darf nicht bedrohlich erscheinen und muss zu bewältigen sein. Damit umgehst du die Angst vor Veränderung.

Weshalb siehst du die Veränderung als bedrohlich an?

Normalerweise lebst du in deiner Wohlfühlzone. In ihr fühlst du dich sicher und geborgen. (Die meisten Menschen halten sich sehr gerne in Wohlfühlzone auf.) In ihr findest du deine Verhaltensweisen, Gewohnheiten und Automatismen wieder. Alles ausserhalb der Komfortzone bedeutet Veränderung und damit Unsicherheit.

Du siehst eine Veränderung als bedrohlich an, wenn sie sich weit ausserhalb deiner Wohlfühlzone befindet. Je weiter sie sich von ihr entfernt, desto bedrohlicher erscheint sie. In bestimmten Fällen sogar lebensbedrohlich.

Angenommen du willst deine Komfortzone verlassen und entscheidest dich für einen Sprachaufenthalt. Hier scheint ein Sprachaufenthalt in der französischen Schweiz weniger bedrohlich als einer in Australien. Im ersteren sind die kulturellen Unterschiede gering. Im zweiten triffst du auf eine total neue Kultur in einem unbekannten Land mit unbekannten Verhaltensweisen, Gesetzen und Regeln.

Was du alles als bedrohlich empfindest ist sehr individuell. Das hat damit zu tun ob du an deinen Fähigkeiten glaubst eine Veränderung bewältigen zu können.

Weshalb hast du Angst vor Veränderung glaubst sie nicht bewältigen zu können?

Geringer Selbstwert und das fehlen von Selbstbewusstsein sowie Selbstvertrauen lassen dich an deinen Fähigkeiten zweifeln. Du glaubst einfach nicht, dass du die Fähigkeiten besitzt eine Veränderung zu meistern.

Der Mangel an Selbstwert kann vielleicht davon kommen, dass du behutsam aufgewachsen bist. Vieles wurde dir von den Eltern oder anderen Personen abgenommen. Du wurdest in Watte gepackt, bemuttert und musstest keine eigenen Entscheidungen treffen. Die Verantwortung für dein Handeln musstest du nicht tragen. Andere Personen haben dir gesagt wo es lang geht.

Die genannten Mutmassungen brauchen auf dich nicht zuzutreffen. Es kommt gar nicht sehr drauf an woher der geringe Selbstwert stammt. Viel wichtiger ist das Wissen und der Möglichkeit dagegen vorzugehen.

Praktische Tipps um deine Angst vor Veränderung zu überwinden

Damit du in Zukunft besser mit Veränderungen umgehen lernst, gebe ich dir ein paar Tipps auf den Weg. Diese gelten sowohl für Veränderungen, welche von aussen kommen als auch jene welche du selbst in Betracht ziehst.

Bedrohung reduzieren

  1. Lerne deine Gefühle zu steuern indem du dich auf das Hier und jetzt konzentrierst. In der Gegenwärtigkeit verlieren Ängste ihre Wirkung. Vor allem wenn du merkst wo du Handlungsfähig bist und was du nicht in deinen Händen liegt. (Tipp: Lies mal das Buch “Leben im Jetzt” von Eckhart Tolle)
  2. Suche in bevorstehenden Veränderungen nach eigenen Handlungsmöglichkeiten
  3. Übe eine positive Haltung gegenüber Veränderungen anzueignen.
    (Mir hilft es daran zu denken, dass ich immer etwas lernen kann.)
  4. Teile die Handlungsmöglichkeiten in kleine Schritte auf, welche du tatsächlich erreichen kannst.
  5. Priorisiere die Schritte, damit du das Wichtigste und Dringendste als erstes erledigst.
  6. Visualisiere das Endresultat. Wie soll die Veränderung aussehen, wenn sie vollendet ist?

Selbstwert/Selbstsicherheit/Selbstbewusstsein stärken

  1. Fokussiere dich auf deine Stärken. Was kannst du gut und welche Stärke könnte dir helfen die Veränderung zu meistern.
  2. Mache dich deiner vergangenen Erfahrungen bewusst. Was hast du erfolgreich gemeistert und wie bist du mit ihr umgegangen?
  3. Mache dir bewusst bei welchen Veränderungen in deinem Leben du hinterher besser dagestanden bist und was du dabei gelernt hast.
  4. Halte dich vor Augen, dass du Gestalter deines Lebens bist. Du bestimmst über dein Leben und nicht die äusseren Umstände.
  5. Triff Entscheidungen und lerne aus deinen Fehlern.
  6. Sprich mit vertrauten Personen, hole Rat und lass dich von ihnen Unterstützen.( Vorsicht: Schreibt eine Person dir etwas vor, dann erinnere dich an Nr 4+5.)

Fazit

Stell dir vor du gehst einer unliebsamen Arbeit nach. Tagtäglich gehst du zur Arbeit und verrichtest deinen Dienst. Am liebsten würdest du den Job wechseln.
Auch wenn du nicht weisst welcher Tätigkeit du nachgehen willst und alle Optionen unsicher erscheinen, versuchst du für einmal die Taube auf dem Dach zu fangen. Du willst die Veränderung.

Die Angst vor Veränderung (Methatesiophobie) ist normal und kann überwunden werden. Dein innerer Prüfprozess zeigt dir worauf es ankommt. Du weisst nun wie die scheinbaren Bedrohungen angegangen werden können und wie du deinen Selbstwert,Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein stärken kannst. Du hast alles an der Hand um jetzt deine Komfortzone verlassen zu können.

Ich wünsche dir viel Erfolg dabei.

Herzlichen Gruss

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