Den perfekten Coach finden um durchzustarten
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Als ich kurz vor dem Abschluss zum psychosozialen Berater stand, umgangssprachlich Coach genannt, wollte ich mir eine tolle Coaching Website erstellen. Als Informatiker kenne ich mich in technischen Belangen aus. Deshalb war es für mich das naheliegendste. Potentielle Klienten sollten mich als ihr Coach finden. Wie ich feststellte war ich nicht der Einzige in dem Business mit dieser Idee.

Ich startete eine Suche im Internet. Mich interessierten die besten Angebote von Coaches und Trainer. Die Suchergebnisse erschlugen mich schier. Viele Coaching Angebote empfand ich als seriös aber deren Website war alles andere als professionell. Dem gegenüber standen äusserst tolle Websites mit unseriösen Angeboten. Ich fragte mich wie ein Interessent bei dieser Vielfalt einen passenden Coach finden und den Spreu vom Weizen trennen kann.

Die Aufgabe eines Coaches

Ein Coach hat die Aufgabe dich individuell zu betreuen und begleitet dich auf deinem Weg zu deinem Ziel. Seine Hauptaufgabe ist es zuzuhören und Fragen zu stellen. Oftmals verwendet er offene Fragen, auch als W-Fragen bekannt. Damit bezweckt er, dass du ins Reden kommst und möglicherweise neue Perspektiven eigenständig erkennst. Du wirst deine Komfortzone verlassen müssen. In eurer Zusammenarbeit ergeben sich neue Wege, die du ausprobieren könntest. Die Entscheidung die Wege auszuprobieren liegt in deiner Verantwortung.

Der Coach unterstützt dich als Klienten in deiner Selbsterkenntnis und in konkreter Selbsthilfe. Ein Business Coach zum Beispiel unterstützt dich als Manager deine Karriere zielgerichtet auf Vordermann zu bringen. Dies tut er indem er dir einen Spiegel vorsetzt und deine Verhaltensweise reflektiert. Damit kannst du dir das Wissen aneignen, um für deine Karriere förderlicher zu reagieren. Natürlich musst du hierfür deinen persönlichen perfekten Coach finden.

Die Arbeit des Coaches ist geprägt von seinem eigenen Lebensstil und seinen Vorlieben. Der Coaching Prozess an sich ist immer derselbe. Dieser wird in mit diesem YouTube Kurzfilm veranschaulicht dargestellt.

Die ungeschützte Berufsgattung

Die Berufsgattung Coach hat in Deutschland ein entscheidendes Problem: Der Titel ist nicht geschützt. Jeder kann sich Coach nennen und Beratungen anbieten. Dafür braucht er weder eine langjährige Ausbildung zu besuchen noch irgendwelche Auflagen von Verbänden zu erfüllen. Dies schadet natürlich dem Ruf der Berufsgattung und schürt eine gewisse Unsicherheit dem Coachingsuchenden.

Die Qualität der im Internet tätigen Berater ist fragwürdig. Zudem tummeln sich derart viele Beratungsangebote, dass es schwierig ist den perfekten Coach für dich zu finden. Andererseits war die Auswahl noch nie so vielfältig. Wenn du weisst auf was du achten musst, wirst du trotz der Angebotsmenge den Richtigen für dich finden. Du brauchst lediglich ein wenig Zeit. Ich denke den Aufwand lohnt sich alleweil.

Coach finden: Die Anforderungsliste

Ausbildung und Erfahrung

Die wichtigste Anforderung an einen Berater sehe ich in seiner Ausbildung. Coaching ist ein Beruf, dessen Handwerk gelernt sein muss. Wer es nicht versteht mit Menschen umzugehen begeht einschneidende Fehler. Es ist bereits in manchen Fällen vorgekommen, dass bei Klienten alte traumatisierende Wunden zu Tage getreten sind, weshalb er einen erfahrenen Psychologen aufsuchen musste. In anderen Fällen hat der Berater das tatsächliche Thema des Klienten nicht erkannt und ihn falsch beraten.

Ein Berater sollte mindestens eine fundierte und langjährige Ausbildung abgeschlossen haben und sich nachweislich stetig weiterbilden. Ein gewisses Mass an Erfahrung ist unabdingbar.
Bist du unsicher, ob ein Coach die notwendigen Qualitäten mit sich bringt, dann kannst du ohne zu zögern nach Referenzen fragen.

Ein Berater sollte mindestens eine fundierte und langjährige Ausbildung abgeschlossen haben. Klick um zu Tweeten

Mitgliedschaften bei Verbänden (Hier kannst du einen tollen Coach finden)

Die schweizerische Gesellschaft für Beratung (SGfB) setzt sich für die Qualität des Beratungsberufes ein. Die International Coach Federation (ICF) verfolgt ein ähnliches Ziel. Sie ist sowohl in der Schweiz als auch in Deutschland und Österreich vertreten.

Alle Mitgliederanträge durchlaufen eine Eignungsprüfung. Wird ein Coach aufgenommen werden ihm Auflagen auferlegt, die er erfüllen muss um die Mitgliedschaft zu behalten.

Wenn du einen Berater findest, der einem Verband angehört, bist du auf der sicheren Seite. Er hat die Ausbildung dich fachmännisch zu beraten und wird dich sicherlich in deinen Zielen weiterbringen.

Um einen zertifizieren Coach zu finden kannst aber auch direkt auf der Verbandswebsite suchen. Hier findest du Unmengen gute Coaches in deiner Nähe.

Supervision + Selbstreflexion

In der Arbeit mit Menschen, vor allem in der psychologischen Beratung, tritt der Coach manchmal an seine Grenzen. Ein erfahrener Berater hat bereits einige persönliche Herausforderungen gemeistert, so dass er weniger an seine eigenen Grenzen gelangt. Dennoch braucht ein Berater manchmal Hilfe von aussen.

In einer Supervision bespricht er schwierige Beratungsfälle mit seinem Berater/Supervisor. Er diskutiert wie er an seine Grenzen geriet und wie er gedenkt mit dem Fall umzugehen. Diese Selbstreflektion ist notwendig, um als Berater gute Arbeit leisten zu können ohne seine eigenen Fehler in die Beratung einfliessen zu lassen.

Die Supervision und Selbstreflexion ist im übrigen ein integraler Bestandteil für die Mitgliedschaft in Verbänden.

Coaching Methoden

Gespräche führen kann jeder Mensch. Doch erst die richtige Fragestellung lockt aus dir die richtigen Antworten hervor.

Es gibt derart viele Coaching Methoden, dass es wiederum schwer ist den Überblick zu behalten. Ich will erst gar nicht auf die Details eingehen. Mir persönlich haben die Methoden aus der Humanistischen Psychologie am meisten beeindruckt.

Das Hauptmerkmal an diesem Zweig der Psychologie ist das konsequente in die Mitte stellen des Klienten. Das bedeutet, dass auf jeden Klienten individuell eingegangen und nicht wie bei anderen Zweigen nach Schema F verfahren wird.

Zu den gängigsten Methoden zählen die Gestaltberatung von Fritz und Laure Perls oder die personenzentrierte Gesprächsführung von Carl Rogers.

Solltest du Interesse an Coaching Methoden haben, dann informiere dich vor einem Beratungs Termin was dich erwartet. Vielleicht stösst du auf Methoden, auf welche du dich auf keinen Fall einlassen willst.
Sei dir bewusst, dass der Coach die in der Theorie beschriebenen Methoden wahrscheinlich nicht 1:1 anwenden wird. Die praktische Anwendung variiert stark. Allerdings weisst du immerhin auf was du dich einlässt.

Online / Offline Coaching

Im Internet lassen sich sehr viele Angebote in Form von Skype Meetings finden. Solche biete ich ebenfalls an. Aus Beratersicht bietet sich der Vorteil, dass man keinen eigenen Beratungsraum herrichten muss und man im ganzen deutschsprachigen Raum arbeiten kann.

Ein persönliches Treffen finde ich weit wertvoller und bevorzuge ich auf jeden Fall. Als Coach bieten sich bessere Möglichkeiten auf den Klienten einzugehen. Ausserdem können Methoden eingesetzt werden, welche in Skype Meetings nicht möglich sind.

Ich finde es toll, wenn ein Coach sowohl Offline sowie Online Coachings anbietet. Da die meisten Berater kostenlose Kennenlern Treffen offerieren, kannst du ihn vorgängig per Skype kennenlernen. Wenn die Chemie stimmt und er in der Nähe praktiziert, kannst du noch immer ein persönliches Treffen vereinbaren.

Persönliche Komponenten

Nicht zu vernachlässigen ist die persönliche Komponente. Der Coach kann ein Genie in seinem Bereich sein, wenn er dir unsympathisch ist werdet ihr nicht harmonisieren.

Im Internet kannst du einige Informationen über Coaches erlangen. Jedoch ist ein Kennenlern Gespräch immer noch das beste Hilfsmittel.

Nimm das Telefon in die Hand und sprich mit ihm. Wenn er dir gegenüber offen ist, dir zuhört, sowie Empathie und Wertschätzung entgegenbringt, bringt er die Haupteigenschaften bereits mit. Der Rest liegt an deiner Einschätzung. Vertrau dabei auf deine Intuition und Ersteinschätzung. Meistens liegst du damit richtig.

Zusammenfassung

Der Beruf Coach ist eine ungeschützte Berufsgattung. Jeder kann sich Berater nennen und als solcher tätig sein. Dies macht es schwierig den Spreu vom Weizen zu trennen. Beachtest du die in diesem Artikel genannten Tipps, wirst du deinem persönlichen perfekten Coach finden und mit ihm durchstarten.

Herzlichen Gruss

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