Drei Massnahmen für einen konstruktiven Umgang mit Gefühlen
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Konstruktiven Umgang mit eigenen Gefühlen lernen

Im letzten Blogbeitrag stellte ich dir vor warum wir Gefühls-ignorante Aussagen treffen. Es ging darum weshalb wir solche Aussagen benutzen und deren Auswirkung auf unser Leben. In der Einleitung hatte ich eine Szene zwischen Mutter und Kind gewählt. Mir wurde daraufhin die Frage gestellt wie man mit den Gefühlen von Kindern adäquat umgeht. Darauf werde ich gerne in einem späteren Beitrag eingehen. Meiner Ansicht nach musst du als erstes lernen mit deinen eigenen Gefühlen konstruktiv umzugehen. Denn erst wenn du mit dir selbst einen liebevolleren Umgang pflegst, wirst du emphatischer auf die Menschen in deinem Umfeld eingehen können.

Wie wir uns von unseren wahren Gefühlen entfernten

In unserem Leben wurden wir durch unsere Eltern, Geschwister, Grosseltern und andere Bezugspersonen, Vorbilder, etc. geprägt. Durch Erziehung und Beobachtung schauten wir ab wie wir uns zu verhalten haben um akzeptiert zu werden. Durch diese sogenannte Konditionierung haben wir gelernt, dass unsere Gefühle nicht immer willkommen sind. Sie galten von unserem Umfeld in manchen Situationen als unangebracht. (Wie in der Einleitung zu meinem letzten Blogbeitrag). Das war für uns, als Kinder, frustrierend und manchmal auch unverständlich. Oftmals hätten wir uns von den Eltern, dem Umfeld, mehr Bestätigung und Anerkennung gewünscht.

Drei Möglichkeiten unsere wahren Gefühle zu verbergen

In unserem Leben haben wir festgestellt, dass wir Anerkennung bekommen, wenn wir uns verstellen. Hätten wir uns nicht verstellt, wären wir uns unerwünscht vorgekommen. Anstatt unsere wahren Gefühlen zu zeigen begannen wir unserem Umfeld etwas vorzuspielen. Wir fanden drei Möglichkeiten Anerkennung zu bekommen.

  1. Keine Gefühle zeigen und Stärke präsentieren.
  2. Gefühle übertreiben und Schwäche zur Schau stellen.
  3. Gefühle auf Distanz halten/ignorieren und dem Umfeld zeigen wie unberührbar wir sind.

Der prägende Glaubenssatz

Im Streben nach Anerkennung haben wir uns einen Glaubenssatz verinnerlicht, welcher uns das ganze Leben begleitet. „Wenn ich mich verstelle, bekomme ich die Zuneigung die ich brauche.“ Allerdings verloren wir damit den Bezug zu unseren wahren Gefühlen. Wir passten uns an um sozial verträglich zu sein. Wir setzten uns eine sogenannte Maske auf. Wir passten uns an um Verletzungen zu vermeiden. Den oben erwähnten Glaubenssatz prägt unser Leben. (Hier soll erwähnt sein, dass es einige Variationen dieses Glaubenssatzes gibt.)

Wir passen uns an um sozial verträglich zu sein. Klick um zu Tweeten

Wie Prägungen unsere Verhaltensweisen steuern

Da wir uns von unseren wahren Gefühlen entfernt und Aufmerksamkeit durch das aufsetzen einer Maske erhalten haben, wissen wir gar nicht mehr was unsere Gefühle bedeuten. Wir sind oft nach Aussen orientiert und suchen laufend nach Menschen die uns bestätigen. Unsere Erfahrung zeigt, es lässt sich immer jemand finden. Und wenn nicht, gehen wir zum nächsten.

Wir bewerten unsere Mitmenschen anhand unserer eigenen Wertvorstellungen, welche unsere Verhaltensweisen diktieren. Verhält sich jemand entgegen dieser inneren Wertvorstellung wird sofort über ihn gerichtet. Dies ermöglicht uns, gewisse Mitmenschen als Sündenböcke abzustempeln und all unseren Frust an ihnen abzuladen. Das geht solange gut wie wir nicht im Zentrum einer solchen „Schelte“ stehen. Denn dann fühlen wir uns beschämt, unter anderem, weil wir uns sozial unverträglich fühlen. Und genau das, wollen wir seit unserer Kindheit vermeiden.

Daraus resultiert, dass wir in konstanter Angst leben nicht akzeptiert zu sein. Wir sind nach Aussen orientiert, streben nach Anerkennung und passen uns an. Aber glücklich werden wir dabei nie, denn wir leben selten unsere wahren Gefühle.

Wir leben in konstanter Angst nicht akzeptiert zu sein. Klick um zu Tweeten

Drei Massnahmen für einen konstruktiven Umgang mit Gefühlen

Um unsere wahren Gefühle zu leben gilt es als erstes zu erkennen welche dies überhaupt sind. Durch unsere erlernte Verhaltensweise ist es schwierig klar zu identifizieren welche Gefühle echt und welche „falsch“ sind, sprich aus dem Wunsch akzeptiert zu werden kommen. In dem Sinne sollten wir uns mehr nach innen orientieren und uns bewusster werden was in uns vor sich geht. Um das zu erreichen brauchen wir drei Massnahmen für einen konstruktiven Umgang mit Gefühlen zu treffen.

  1. Unsere Haltung gegenüber Gefühlen
    Die Haltung ist enorm wichtig. Wenn wir unsere Wertung (positive/negative Ansicht) verändern können wir Gefühle nehmen wie sie sind. Als Beispiel: Wut an sich ist durchaus positiv. Es ist eine Kraft die jemanden vorwärts treiben kann. Erst wenn sie destruktiv verwendet wird gilt Wut als negativ. (Destruktiv gegen Andere oder gar gegen sich selbst.)
  2. Unser Umgang mit den durchlebten Gefühlen
    Wenn wir in Gefühlen gefangen sind, die Emotionen hochkochen, dann reagieren wir aus dem Affekt. Lernen wir uns zuerst von diesem inneren Aufruhr zu dissoziieren, anstatt unsere Gefühle lauthals auszudrücken, können wir eine alternative Umgangsweise erlernen. Dabei spielt die Haltung eine wichtige Rolle. Können wir die Gefühle wertfrei annehmen, ist es  vermehrt möglich diese zu beobachten und danach ruhig zu kommunizieren.
  3. Selbstreflexion
    Sobald die oben erwähnten starken Gefühle, im Affekt ausgesprochen wurden, es also zum Streit kam, wissen wir nach dem Schlagabtausch oft nicht mehr was der Auslöser war. Wenn wir im Nachhinein das erlebte reflektieren erhalten wir wertvolle Informationen über unsere Emotionen und werden uns bewusster. Dies unterstützt die wertfreie Annahme unserer Gefühle. Selbstreflexion hilft in jeder Lebenslage. Wir erkennen wie wir funktionieren und weshalb wir z.B. dem Sarkasmus frönen.

Was gewinnen wir wenn wir anfangen die drei Massnahmen umzusetzen? (Wohlgemerkt sind es keine einfachen Aufgaben. Dafür braucht es viel Arbeit, Geduld und Wille.) Wir werden uns selbst bewusster und lernen unsere wahren Gefühle wieder zu erkennen. Die schaffen wir zB. durch Tagebuch schreiben. Wir merken womöglich was uns wirklich erfüllt und was für kreative Fähigkeiten wir haben. Wir können nach einige unsere Ängste ablegen und vermehrt ausdrücken wer wir sind. Wie würde dir das gefallen?

Was nimmst du aus dem Artikel mit? Welche Anmerkungen möchtest du hinterlassen?

Herzlichst

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